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| Pflanzenfarben-Wandlasur
"Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! Ihn zu schmücken war einst die vornehmste Aufgabe der bildenden Künste, sie waren unablösbare Bestandteile der großen Baukunst. Heute stehen sie in selbstgenügsamer Einsamkeit, aus der sie erst wieder erlöst werden können durch bewußtes Mit- und Ineinanderwirken aller Werkleute untereinander. Architekten, Maler und Bildhauer müssen die vielgliedrige Gestalt des Baues in seiner Gesamtheit wieder kennen und begreifen lernen, dann werden sich von selbst ihre Werke wieder mit architektonischem Geist füllen, den sie in der Salonkunst verloren."
In diesem Manifest des Bauhauses von Walter Gropius aus dem Jahr 1919 wird die enthusiastische Aufbruchstimmung am Anfang unseres Jahrhunderts, nach dem künstlerischen Leerlauf des 19.Jahrhunderts, deutlich. Diese Impulse endeten jedoch, bedingt durch den technischen Mechanismus, durch das immer konsequentere funktional rationalistische Denken im Rasterbau eines Warenhausstils, der in Deutschland, besonders in der Aufbauphase nach dem 2.Weltkrieg, unsere Städte und Dörfer formte. Selbst in unseren Wohnungen sind alle Formen auf den einen irdisch-rechtwinkligen Kubusblock abstrahiert, wurden alle Werkstoffe , alle Farben aus der Natur durch Surrogate ersetzt. Der Fortschrittsglaube, die irrige Hoffnung, dass wir uns unabhängig von der Natur machen könnten, dass wir alle Baustoffe synthetisch herstellen oder verbessern könnten, hat zu der großen Verachtung der Mutter Erde geführt, die uns heute bedroht.
Goetheanischer Baustil
In Bezug auf einzelne Häuser, ja in der Architektur im allgemeinen, ist heute manchmal vom organischen Baustil die Rede. Dies meint nicht ein Imitieren pflanzlicher Formen, sondern vielmehr eine Vermittlung zwischen der äußeren
Welt und unserer seelischen Entfaltung. Statt der bisher in der Baugeschichte der Menschheit betonten statisch wirkenden Grundformen Dreieck, Viereck und Kreis sollen diese durch die sich metamorphosierenden Kräfte einer organischen Dynamik aus dem erstarren machenden Toten in ein bewegtes Lebendiges überführt werden. Weil Goethe durch seine Metamorphosenlehre zum Entdecker der organischen Gesetzmäßigkeiten wurde, nannte Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie und der Waldorfschulen, diesen Stil auch den goetheanischen Baustil. In der heutigen Zeit, in der immer mehr Menschen mit diesem Gedankengut durch Kindergärten, Waldorfschulen, Biologisch-dynamischen Bauernhöfen sowie Werk- und Lebensgemeinschaften Kontakt bekommen, werden sie auch angesprochen von einem der zentralsten Inhalte der organisch dynamischen Baukunst, dem Farbenleben der Bauten.
..in den Waldorfschulen
Von den künftigen Bauten erwartete Rudolf Steiner, dass sie "Farbenbauten" werden , damit der Bau mit seinen Naturmaterialien durchseelt werde, denn "die Farbe bildet einen Abschluß für die materielle Welt und einen Aufschluß für die geistige Welt. Hier liegt das Geheimnis der Farbe, dass der Maler es zu jenem Punkte bringt, wo das Sehertum anfängt.
...Sie fühlen den Zusammenhang des Inneren, Seelischen im Universum durch die Farbe. Es hätte keinen Sinn, jemals mit Farben zu malen, wenn die Farbe nicht noch etwas anderes wäre, als was sie für die äußere physikalische Betrachtung ist. Die Farbe ist die Sprache der Naturseele, die Sprache der Seele des Universums...Die Farbe ist sichtbar gewordene Seele...Und erst dann entsteht das Malerische, wenn man in der Farbe das Scheinen, das Sichoffenbaren, das Hindurchstrahlende als ein Lebendiges erfaßte und aus dem hinstrahlenden Lebendigen nun eigentlich erst das auf der Fläche zu gestaltende (Rudolf Steiner)
Farbkreis von Julius Hebing. Der Farbkreis zeigt auch die Farben für die Waldorfschulklassen: Oben links Kindergarten bis 2.Klasse linksdrehend bis zur 12.Klasse.
Schon die alten Meister hatten herausgefunden, daß nicht pastöser Auftrag sondern erst viele dünne Schichten "Leben" in ihre Bilder brachte. Die größte Kunst war es, das Inkarnat, die Farbe des menschlichen Antlitzes malen zu können. Bis zu dreißig verschiedenfarbige durchscheinende Lasuren, manchmal angefangen mit Grüner Erde über Sienna-gelb bis zum zarten Ockerrot brauchte Bottichelli um ein Madonnengesicht zu malen.
In der Freskomalerei wurde der Putz und die eigentliche Farbgebung getrennt, aber man war noch zeitlich gebunden, denn der Untergrund mußte noch "fresce", d.h. frisch sein, damit die mit Kalkwasser aufgetragenen Farben noch mit dem Kalkputz "versteinerten". Es konnten immer nur Tagewerke erstellt werden. In der Seccomalerei wurde zwar diese zeitliche Schwierigkeit umgangen, die Bilder büßten jedoch durch die pastöseren Aufträge an Transparenz ein.
Wandmalerei in Lasurtechnik
Erst eine Wandmalerei, die mit Hilfe einer Lasurtechnik entsprechend dem Aquarellmalen entsteht, kann Resultate bringen, die heutigen Ansprüchen genügt. Die eigentliche Farbe wird nicht in den Farbteig, z.B. in eine weiße Dispersionsfarbe hineingerührt, sondern sie wird mit einem wasserverdünnbaren Lasurbinder in vielen Schichten auf einen optimalen Lasurgrund im Nachhinein lasierend aufgetragen.
Jetzt kommt es nur noch auf den Lasur-Grund, entsprechend dem Aquarellpapier, den Binder und die Farbpigmente an.
Für den Lasur-Grund genügt es nicht, nur weiß zu sein. Er darf nicht zu glatt, nicht zu fett, d.h. wasserabstoßend, und nicht zu mager, d.h. zu stark saugend sein. Er muß das Licht optimal reflektieren, weil es durch die Farbschichten zurückstrahlt und so dem Wandbild die Tiefe und Transparenz gibt, die so typisch ist für die Wandlasur. Kasein ist das Material, welches hierfür dank seiner Kristallstruktur hervorragend geeignet ist. Beim Sehestedter Kasein-Lasurgrund wird diese reflektierende Eigenschaft noch unterstützt durch ein natürliches Aluminium-Silikat und durch ein sehr weißes Dolomitgesteinsmehl. Die Kombination von Kasein mit Harzdispersion und Bienenwachsemulsion ergibt eine fließblattähnliche Oberfläche des Anstrichfilmes. Der Binder für den Farbauftrag muß wisch-, möglichst waschfest sein, damit ein Bild auf der Wand bestehen bleibt. Es genügt hierfür nicht nur Gummi Arabicum wie beim Aquarellbinder. Der Sehestedter Wandlasurbinder ist ein wasserverdünnbares Malmittel auf Bienenwachsbasis, das allen handwerklichen und technischen Ansprüchen erfahrungsgemäß entspricht und das auch von Laien bedenkenlos verarbeitet werden kann. Eine Weiterentwicklung des Binders ist der Sehestedter Chitosan-Lasurbinder, der auch wisch- und waschfest ist.
Jetzt kommt es nur noch auf die Pigmente an. Unter den Fachleuten entbrannte in der Vergangenheit gerade hierüber der größte Streit.
Sollten es, die von Rudolf Steiner geforderten lebendigen Pflanzenfarben sein oder durfte man auf die viel effektvolleren synthetischen zurückgreifen? Die Bemühung um die Entwicklung und Herstellung von Malfarben aus Pflanzen ist trotz einer Malgeschichte von mehreren tausend Jahren relativ neu.
Pfirsichblüt-Farbverwandlungen (Fritz Weitmann)
Zurückblickend stellt man fest, daß die Zeit bis ins 19.Jahrhundert , die Zeit der Erd- und Mineralfarben war. Pflanzenfarben wurden wegen den Schwierigkeiten der Herstellung nur spärlich genutzt. Die Verwendung der Pflanzenfarben in der Tuchfärberei hat übrigens wenig oder nichts mit der Verwendung als Malfarbe zu tun.
Farbgeschichtlicher Überblick
Die ersten Rezepturen zur Herstellung von Malfarben aus Pflanzen stammen aus Rezeptsammlungen, die um das 13.Jahrhundert herum veröffentlicht wurden. Die Farbherstellung war Teil eines Wissens, das gepflegt wurde von Malergruppen, die innerhalb von Klostermauern sich mit dem Illustrieren von Büchern beschäftigten. Bei der Herstellung von diesen Pflanzenfarben wurden zum Teil recht phantasievolle Methoden entwickelt. Schon damals wurde aber auch die sogenannte Verlackungs-oder Ausfällungsmethode benutzt, die heute noch die Grundlage der Pflanzenfarbenherstellung ist. Diese Methode basiert darauf, daß gewisse Stoffe, wie z.B. Tonerde, die Fähigkeit besitzen, Farbstoffe zu absorbieren. Diese Stoffe werden dadurch zu Farbträgern, und verhelfen damit den Pflanzenfarben zu mehr Stofflichkeit und ermöglichen erst die Verwendung als Malfarbe.
Die Entdeckung der synthetischen Farbe
Seit dem 18. bis 19.Jahrhundert, zur Zeit der Industrialisierung, wurden sowohl Mineralfarben als auch Pflanzenfarben fabrikmäßig hergestellt. Besonders vom 19.Jahrhundert an ist viel Literatur überliefert, die davon zeugt, daß man versucht hat, die Pflanzenfarben weiter zu entwickeln. Diese Entwicklung wurde jedoch jäh unterbrochen durch die Entdeckung von neuen synthetischen Farbstoffen anfangs aus der Steinkohle dann aus dem Erdöl. Die Begeisterung besonders über die Anilinfarben aus der Kohle führte dazu, daß die Entwicklung der Pflanzenfarben total abriss. Die ersten Anilin-Farbenfabriken wurden zu Stammfirmen der jetzigen Chemieriesen. Heute bedienen sie sich des Erdöls als billigem Rohstoff, um Farben herzustellen. Die Pflanzenfarben finden außer bei den Naturfarbenherstellern und in einigen anthroposophischen Kreisen keine Beachtung mehr. Da mutet es schon recht hoffnungsvoll an, wenn 1992 ein ehemaliger BASF-Mitarbeiter, Hartmut Schweppe das Handbuch der Naturfarbstoffe herausgibt. Wie auf vielen Gebieten, so wird es auch hier sein, daß erst der Verbraucher eine Reaktion, ein Umdenken bewirken wird. Erst wer in einem mit Pflanzenfarben ausgemaltem Raum seine Erfahrungen gemacht, seinen Farbsinn geschult hat, wird weiter nach diesen Farben verlangen.
Die Pflanzenfarben haben eine Farbqualität, die bei keinem anderen Farbstoff zu finden ist. In den Pflanzenfarben lebt ein Stück lebendiger Natur.
Fahlheit oder Grellheit anstatt Frische und Harmonie
In dem historischen Überblick wurde es deutlich, daß sich eine Kluft zwischen baukünstlerischer Gesinnung (Kultur) und populärer Praxis im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts mehr und mehr geltend gemacht hat. Nicht nur die Herstellung, sondern auch die Bestimmung von Dekorationsmaterialien (Farben, Tapeten usw.) liegt daher weitgehend in den Händen von Kaufleuten, Chemikern und Technikern. Diese sind nicht entsprechend vorgebildet und mit den Fragen der psychologischen und räumlichen Wirkung nicht vertraut. Dazu werden eventuell noch routinierte Designer beschäftigt, die angehalten sind, sich innerhalb der bestehenden Moden zu bewegen. Die Fahlheit oder Grellheit anstatt Frische und Harmonie in der Farbqualität ist die weit verbreitete Folge dieses Tatbestandes.
Die Frage erhebt sich, welche legitimen Mittel ergriffen werden können, um die Bevölkerung ganz allgemein farbbewußter zu machen? Zu einer volkshygienischen Angelegenheit gesellt sich eine volkspädagogische Aufgabe.
Sowohl bei Fachleuten wie bei Laien müßte der heute weitgehend unterentwickelte oder strapazierte Farbsinn (siehe Reklamewesen) in seinem Verhältnis zum dreidimensionalen Raum systematisch weitergebildet werden. Ein wirksames Mittel dazu bieten z.B. die neuen Möglichkeiten des lasierenden Farbauftrags. Neben der Erziehung und den intensivierten Ausbildungskursen könnte das Ausstellungswesen, das Schaffen von Anschauungs- und Demonstrationsmaterial, die Vergleichsmöglichkeit, die Einrichtung von Musterräumen und -Wohnungen bis hin zur farblichen Gestaltung von öffentlichen Räumen, wie Bankschalterhallen, Rathäusern, Schulen u.ä. in der breitesten Öffentlichkeit die wirksamsten Dienste leisten.
zitiert nach Rex Raab, Farbe im Raum vom Standpunkt des Architekten, in: Farbe im Wohnbereich, einer Studie, die aus Mitteln des Österr.Bundesministeriums finanziert wurde.
Seit 1992 arbeiten die Sehestedter Naturfarben zusammen mit den ARTEMIS-Pflanzenfarben. ARTEMIS-Pflanzenfarben ist eine selbständige Einrichtung für Forschung und Herstellung von Pflanzenfarben. Das Labor wurde 1983-84 von Svend Petersen und Marianne Eising in Dornach/Schweiz gegründet. Seit 1990 leiten beide eine kleine Fabrik in Fredericia in Dänemark. Die Pflanzenfarben werden dort in einer Methode hergestellt, die im vorigen Jahrhundert entwickelt wurde. ARTEMIS-Pflanzenfarben hat aus dieser Methode eine Reihe selbständiger Farbrezepturen entwickelt und versucht ständig neue Wege in der Herstellung von Pflanzenfarben zu finden, jetzt wie gesagt auch in Kooperation mit den Sehestedter Naturfarben.
In Fredericia werden die Pflanzenfarbpigmente und in Sehestedt die Binder, der Wandlasurgrund, der Tiefengrund und die Erd- und Mineralfarbpasten hergestellt. Seit 1996 arbeiten die Sehestedter Naturfarben auch mit dem Labor Karl Grieder in der Schweiz zusammen. Mit Karl Grieders Hilfe ist es uns gelungen Pflanzenfarbenpasten auf Öl/Chitosan-Basis herzustellen die im Wandlasurbereich aber auch im Textildruck einzusetzen sind.
Sehestedter Tiefengrund
lösemittelfrei und wasserverdünnbar
Zur Verfestigung loser Putze und Gips- und Lehmwände, Staubbindung von Betonestrichböden. Beschichtung von Gips-Kartonplatten, um Tapeten wieder lösen zu können, Grundierung der Wände, um Wandfarbe zu sparen...
Zusammengesetzt aus den Naturrohstoffen:
Dammarharz, Carnaubawachs, Schellack, Borax, Bentonepaste, Wasser.
Sehestedter Wand-Lasurgrund
Ein lösemittelfreier, waschfester, strahlend weißer, matter Wandanstrich mit gutem Füll- und Deckvermögen für den Innenbereich für alle stärker beanspruchten Wände in Küchen, Bädern z.B.. Diese gut wasserdampfdurchlässige und sorptionsfähige Kasein-Wachs-Naturharz-Dispersion ist besonders geeignet als fester Lasurgrund, d.h. auf diesem Aquarellgrund lassen sich Pflanzenfarben und andere geeignete Pigmente mit dem Sehestedter Lasurbinder (Art.Nr.:2600) einfach und haltbar in Lasurtechnik aufbringen.
Der Kasein-Lasurgrund ist leicht zu verarbeiten, wirkt antistatisch , verringert dadurch die Staubbelastung in den Wohnräumen, ist bei Renovierungen problemlos überstreichbar und haftet auf allen festen Untergründen. Materialien wie Quarzsand oder Celluloseflocken können zur Wandgestaltung beigemischt werden.
Zusammensetzung in absteigender Reihenfolge der Konzentration:
weiches Wasser, Dolomitgesteinsmehl, Talkum, China-Clay, feinsten Glimmer, Titandioxyd, Kasein (Neuseeland), Bienenwachs- und Schellackseife, Natur-Latexmilch, Borax, Rizinusöl, Dammarharz, Methylcellulose und Bentoneerde.
Kein Lösungsmittel!!
Haltbarkeit:
Kühl, verschlossen und frostfrei gelagert beträgt die Stabilität der Farbe ca. 6 Monate.
Verarbeitung und Verbrauch:
Anschließende Pflanzenfarbenlasur ist möglichst auf mit Rauhfaser tapezierten und dann sorgfältig mit Kasein-Lasurgrund gestrichenen Wänden auszuführen. Kalk-Zementputz mit Alaun, Gipsputz mit Sehestedter Tiefgrund evtl. vorher neutralisieren. Pflanzenfarben vertragen weder einen sauren noch einen alkalischen Untergrund!
Soll auf der Farbe nicht lasiert werden und ist ein brilliantweißer Anstrich nicht erforderlich, so kann bei der Herstellung auf den Großteil des Titandioxyds verzichtet werden. Wir empfehlen dann den Einsatz der Kaseinbinderfarbe (Art.Nr.: 2550), die altweiß ist, und hervorragend mit Erdpigmenten abgetönt werden kann und auch preiswerter ist.
Verarbeitung und Verbrauch:
Mit dem 10.0l-Eimer streicht man je nach Untergrund 60-80m² brilliantweiße Wandfläche. Die Fläche sollte sehr kritisch auf Unregelmäßigkeiten begutachtet werden. Jeder Fehler erscheint nach dem anschließenden Lasieren überdeutlich; also lieber einen zweiten Anstrich vornehmen.
Lasuren sollten erst nach völliger Durchhärtung nach ca. 1 bis 2 Tagen, ausgeführt werden. Kühl, verschlossen und frostfrei gelagert beträgt die Stabilität der Farbe ca. 6 Monate.
Nachdem der Wandlasurgrund ein bis zwei Tage gut durchgetrocknet und gehärtet ist, kann mit dem Lasieren begonnen werden.
Zwei Bindersysteme beim Lasieren
Hierfür werden zwei voneinander unabhängige Systeme angeboten. Durch die Weiterentwicklung der Sehestedter Naturfarben ist zu dem herkömmlich bekannten Bienenwachs-Lasurbinder jetzt ein Chitosan-Öl-Lasurbinder hinzugekommen. Für diesen Binder mußten die Pflanzenfarbpasten neu konzipiert werden. Wir können jetzt aber eine Wandlasur anbieten, die sehr fest ist, auf verschiedensten Untergründen aufzubringen und abwaschbar ist, also auch in extrem belasteten Räumen, wie Klassen- oder Krankenhausräumen einzusetzen ist. Die Pflanzenfarb-Pigmente für den neuen Binder wurden vom Labor Grieder in der Schweiz für die Sehestedter Naturfarben entwickelt. Die Pflanzenfarben von ARTEMIS aus Dänemark müssen weiterhin mit dem Bienenwachsbinder verarbeitet werden.
Sehestedter Lasurbinder mit Chitosan
Wasserverdünnbarer Binder für Erd- und Mineralfarben-Wandlasuren auf weißem reflektierendem Untergrund (möglichst Kasein-LASURGRUND, Art.Nr.2560). Der Sehestedter Chitosan-Lasurbinder ist eine Öl/Wasser-Emulsion, hergestellt mit dem natürlichen Emulgator Chitosan aus den ausgesucht sauberen Naturrohstoffen : Weiches Wasser, einer speziellen Kombination von pflanzlichen Ölen und Chitin/Chitosan aus Krabbenschalen, einem Rohstoff, der strukturell der Cellulose ähnlich ist, eine hornartige, atmungsfähige Oberfläche erzeugt und gleichzeitig als Konservierer wirkt. Wir benutzen keinen Konservierer und keine Hautverhinderungsmittel(äußerst gesundheitsschädlich!) deshalb bildet sich evtl. eine Haut , die vor der Verarbeitung vorsichtig mit einem Löffel entfernt wird, niemals unterrühren. Vor Gebrauch aufschütteln oder aufrühren!
Auch als Malmittel in der Tempera-Malerei zu verwenden. Nach Trocknung wisch- und waschfest, spannungsarm, physiologisch unbedenklich. Kühl (ca.4°C) und frostfrei unverdünnt ca. ein 3/4Jahr haltbar.
Die Wandlasurpaste wird vom Anwender selbst hergestellt. Hierzu verreibt man einen Teelöffel Erd- oder Mineralpigment mit gleicher Menge Chitosan-Lasurbinder in einer Porzellan-Reibschale. Pflanzenfarbpigmente werden mit gleicher Menge Bienenwachslasurbinder verrieben. Die beiden unterschiedlichen Binder dürfen nicht miteinander vermischt werden. Es ist jedoch möglich eine Lasurschicht mit dem Chitosanbinder über Bienenwachslasuren zu lasieren um so Waschfestigkeit der Wandlasur zu erreichen.
Die eigentliche Wandlasurfarbe entsteht durch Verrühren der oben beschriebenen Paste mit dem entsprechenden Binder. Hiernach wird dieses Gemischt mit der dreifachen Menge Wasser verrührt, mit weichem Wasser (bei Pflanzenfarben möglichst destilliertes oder entkalktes Wasser) 1:3 bis 1:8 verdünnt. Proben an unauffälliger Wandstelle machen! Um auch bei starken Verdünnungen die hohe Abrieb- und Wasserfestigkeit zu erhalten, evtl. etwas Lasurbinder (Art.Nr.2600) hinzufügen.
Für den ersten Auftrag ist die Wandlasurfarbe so zart einzustellen, daß nur ein "Hauch" Farbe zu erkennen ist. Dies ist eine Bedingung für das Erzielen einer gleichmäßigen Lasur.
Sehestedter Bienenwachs-Wandlasurbinder
für ARTEMIS-Pflanzenfarben-Pigment
Wasserverdünnbarer Binder für Pflanzen, Erd- und Mineralfarben-Wandlasuren auf weißem reflektierendem Untergrund (möglichst Wand-Lasurgrund, Art.Nr.2560).
Auch als Malmittel in der Tempera-Malerei zu verwenden. Nach Trocknung wisch- und waschfest, spannungsarm, physiologisch unbedenklich. Kühl (ca.4°C) und frostfrei unverdünnt ca. ein 3/4Jahr haltbar.
Zusammengesetzt aus den sauberen Naturrohstoffen:
Weiches Wasser, neuseeländisches Kasein, Bienenwachs, Carnaubawachs, Schellack, Borax, Dammarharz, Borax, Glimmer, Bentonite, Rizinus-Standöl und Latexmilch.
Verarbeitungshinweise:
ARTEMIS-Pflanzenfarben-Pigment*
Je nach gewünschter Intensität in den Bienenwachs-Wandlasurbinder einarbeiten. Empfohlen wird ein Teelöffel Pigment für 0.75 l Binder. Die dann entstandene Wandlasurfarbe mit weichem Wasser (bei Pflanzenfarben möglichst destilliertes Wasser) 1:3 bis 1:8 verdünnen. Proben an unauffälliger Wandstelle machen!
Alle weiteren Schichten werden mit gleicher Mischung vorgenommen. Pflanzenfarben und Erdfarbaufträge aus oben erwähnten Gründen nicht mischen.
Auftrag:
Mit Flächenstreicher (dichter, nicht zu weicher Naturhaarbesatz), Tupfbürste, Naturschwamm oder mit mohairbeschichtetem Reibebrett (Lasur-Set, Art.Nr.:70011) in kreisenden oder lemniskatenartigen Bewegungen zügig und ansatzfrei, so gleichmäßig wie möglich überlappungsfrei einen Auftrag auf die Wand bringen. Nach Trocknung (ca. 1/2 Stunde) beliebig viele Aufträge in gleicher Weise vornehmen bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Die Farben sind nicht vorher zu mischen, sondern Farbnuancen sind auf der Wand durch mehrere verschiedene Farbaufträge zu erzeugen. Also nur rot und im zweiten Lasurgang gelb und dann blau usw. Hierdurch sind Farbwirkungen zu erzielen, die durch Deckfarben nicht zu erreichen sind. Jede Farbe bleibt bestehen, ohne sich mit der nächsten zu vermischen. Durch diese durchsichtigen Farbschichten wird die Raumwirkung eine völlig andere. Das architektonische Raumgefühl wird aufgehoben, und ein Farbraum entsteht.
Die Arbeitgeräte sofort nach Beendigung der Arbeit mit Wasser und Seife reinigen.
Verbrauch:
Bei 1:3 verdünnter Lasur und zweimaligem Auftrag reicht 0.75 Ltr Wandlasurbinder + ein Teelöffel Farbpigment für ca. 25m².
*Farbkarten bitte anfordern! |
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